Brussels - veni vidi vici!

April2016

Im Compagnietheater findet ein europäisches Jugendtheatertreffen des Projektes „Generation2Generation“ statt, welches von vier Partnertheatern aus den Niederlanden, Frankreich, Slowenien und Deutschland in Amsterdam vom 14. – 17. April 2016 seinen Auftakt hat.

Die jungen Darsteller freuen sich, dass sie nun endlich die Jugendlichen der anderen Theater kennenlernen. Nur die französische Gruppe „Pélican“ wird erst im Mai beim nächsten Treffen in Clermont-Ferrand dabei sein. In der Gruppe von insgesamt 19 Jugendlichen hier in Amsterdam werden sofort Kontakte geknüpft, alle sind neugierig auf die jeweils Anderen und durch den Raum wabern Satzfetzen in Englisch, Niederländisch, Deutsch und Slowenisch. Von den Franzosen ist eine Delegation der künstlerischen Leitung angereist und somit hört man auch immer mal wieder Französisch.

Nach dem Kennenlernen am ersten Abend geht es am nächsten Tag dann auch gleich zur Sache: Proben „on location“ – oder wie die Niederländer sagen „op locatie“ - sind angesagt. Denn die Szene „Afghanistan“, die ursprünglich in einem Container und dann im engen Bahnwaggon gespielt wurde, muss nun wieder an einen neuen Spielort angepasst werden. Hinter der Bühne des großen Saals des Compagnietheaters gibt es einen engen dunklen Schlauch, der nun mit Hilfe der Umzugskartons und eines sehr gedimmten Lichtes zum Inneren des Kühlcontainers wird, in welchem die Jugendlichen von das junge kleinod die Flucht eines jungen Afghanen von Griechenland nach Italien darstellen.

Das Thema der Szene ist ganz nah an den Jugendlichen dran: denn einer der Spieler ist Najib, der einen Teil seiner eigenen Geschichte darstellt. Es ist ein besonderes Erlebnis und großartige Möglichkeit für alle, dass Najib mit nach Amsterdam reisen konnte, um diese Geschichte auch hier zu erzählen.

Am frühen Nachmittag ist es dann soweit: Nach einer kurzen offiziellen Begrüßung, bei welcher auch die Bürgermeisterin für Kultur der Stadt Amsterdam spricht, spielen die Jugendlichen aus den Niederlanden, Slowenien und Deutschland ihre etwa halbstündigen Theaterstücke für die Öffentlichkeit und natürlich füreinander. Es ist beeindruckend, mit welcher Hingabe, Mut und Ausdrucksstärke alle drei Gruppen ihre Präsentationen zeigen. Und schon jetzt wird klar: alle Gruppen haben eine vollkommen andere Herangehensweise und genau das ist es, was dieses Treffen so spannend und interessant für alle Seiten macht. Denn die Jugendlichen wollen nicht nur die Arbeiten der Anderen sehen, sondern auch an gemeinsamen Workshops teilnehmen und miteinander etwas auf die Beine stellen. Hier bekommt man wirklich den Eindruck, dass es die europäische Idee nicht nur gibt, sondern dass sie auch einfach funktioniert. Die Jugendlichen können sich also freuen auf alle folgenden Zusammenkünfte in Frankreich, Deutschland und Slowenien, bei welchen „Creative Europe“, welches dieses Projekt fördert, wirklich in die Tat umgesetzt werden kann. Und dann wird hoffentlich auch wieder ein junger Geflüchteter Teil des Ensembles sein, denn Das Letzte Kleinod hat noch viele solcher Geschichten zu erzählen.

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Im Wald

Die Szene „Afghanistan“ wird intensiv geprobt. Die fünf Akteure proben mit der Regie zuerst draußen im Wald (Flucht-Situation) und dann in einem alten Bahnwaggon am Bahnhof Geestenseth. Das Bühnenbild wird aus 10 Umzugskartons gestaltet, die das Innere des Containers darstellen sollen.

Die Szene wird so erarbeitet, dass das Publikum von draußen mit reingenommen wird und das Gefühl bekommt, dass es selbst mit im Container sitzt. Die Szene wird in Englisch einstudiert, der junge afghanische Akteur spricht Deutsch. Die Proben verlaufen sehr vielversprechend, die Jugendlichen können sich gut in die Szene einfühlen. Es geht um den jungen Mann, für den auf der Flucht das Handy die einzige Verbindung zur Außenwelt ist und dieses Handy ihm auf verschiedene Arten hilfreich ist.

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Casting!

Für die anderen touring-loops (Frankreich und Deutschland) werden noch mehr Teilnehmer und junge Akteure gesucht. Also wir dein großes Casting organisiert. Das Casting wird in spezieller Weise des Theaters Das Letzte Kleinod ausgerichtet: das Casting findet in der Gruppe statt mit gemeinsamem warm-up, dann werden kurze Texte aus dokumentarischen Vorstellungen verteilt und szenisch bearbeitet. Die jungen Akteure lernen auch schon site-specific theatre kennen, denn die Szenen werden draußen auf dem Bahnhofsgelände und an den Waggons der Theatergruppe inszeniert. Stimme und Bewegung spielt eine große Rolle.

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Afghanische Geschichte

Es wird beschlossen, mit wie vielen Teilnehmern die Szene für den ersten touring loop gespielt werden kann. Die Teilnehmer besprechen mit der Regie die Szene. Es wird um eine jungen afghanischen Mann gehen, der als Jugendlicher mit einem Kühl-Container nach Italien und dann nach Deutschland geflüchtet ist. Der Jugendliche wird selbst in dieser Szene mitspielen. Die Jugendlichen lassen sich alles genau erzählen und machen zusammen die ersten szenischen Übungen.

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Thema!

Die Jugendlichen erfahren mehr über das Thema des ersten Festivals in Amsterdam, „Youth and new technologies“. In einem brain-storming werden eigene Erfahrungen gesammelt, Geschichten erzählt und Eindrücke gesammelt. Die Jugendlichen machen auch hier wieder intensive Gruppen-Arbeit und schreiben erste kurze Inhalte auf. Außerdem werden wieder neue Theater-Übungen ausprobiert und mit Stimme und Bewegung gearbeitet.

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Entwicklung

Nach dem gemeinsamen warm-up, was teilweise von den Jugendlichen selbst angeleitet wird, werden wieder Geschichten entwickelt zum Thema „Wunsch-Reise“, es sind auch verrückte Ideen gefragt. Außerdem werden Lieder aus unterschiedlichen Ländern vorgestellt und gesungen und alles filmisch dokumentiert. In kleinen Gruppen werden au den Stories bereits kurze Theater-Szenen entwickelt und präsentiert.

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Lasst uns beginnen!

Die Gruppe triff sich zum ersten Mal mit ca. 15 Teilnehmern, es werden verschiedene theater-pädagogische Übungen gemacht, warm-up mit Stimme und Bewegung und erste eigene Texte geschrieben. Die Teilnehmer interviewen sich, damit sie einander kennenlernen, stellen sich gegenseitig vor und fertigen ein künstlerisches Portrait an. Die selbst geschriebenen Geschichten sollen später zu kurzen Szenen verarbeitet werden.

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